Das Leben vor 50 Jahren…

Die Auer Hilde aus Platz in der Gemeinde Kaunertal hat mit ihren 86 Jahren vier Kinder groß gezogen, ein langes erfülltes, aber auch entbehrungsreiches Leben voller Arbeit gehabt. Wie das in den 1950er und 1960er Jahren aussah, schildert sie hier:   http://vimeopro.com/thomasjunker/ein-jahr-im-kaunertal/

 

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Traumtag am Kaunertaler Gletscher

Wir kamen, als die Nacht gerade ging. Die Sonne noch hinter den Bergen war, der Traumtag erst seinen Anfang nahm. Wenig später lauschten wir, was Sepp Lenz, der Betriebleiter, erzählte. Was alles vor der dem eigentlichen Liftstart um 9 Uhr dazu gehört, damit es wirklich zu einem sehr feinen Tag für die Skifahrer und Snowborder wird.

Überhaupt der Lenz Sepp. Seit es die Gletscherbahnen im Kaunertal gibt, ist er dabei. 35 Jahre fast jeden Tag rauf zum Gletscher – und wieder runter. Und immer noch ist er auf Entdeckungsreise. Das alles ist in zwei neuen Videos hier zu sehen: http://vimeopro.com/thomasjunker/ein-jahr-im-kaunertal

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Weitere Fotos von den Dreharbeiten sind hier:
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Das Gletscherrestaurant auf 2750 Höhenmeter

Der Wind beißt sich durch die morgendliche Dämmerung im Kaunertal. Ungemütliche Kälte mischt sich in den dichten Schneefall. Minus acht Grad zeigt das Thermometer am Hotel Weisseespitze an. Es ist Sonntag, der 22. Februar, 6:20 Uhr. Ich ziehe meine Mütze tiefer und meinen Schal fester. Dann geht es los! Thomas und ich fahren langsam über die verschneite Straße nach Feichten. Der Kofferraum ist bis oben hin gefüllt mit unserem Drehequipment. Ein langer Drehtag steht an. Wir wollen den Arbeitstag von Martin Praxmarer und seinem Team dokumentieren. Mit Rucksack auf dem Rücken und breitem Grinsen kommt der 52-Jährige aus seinem Haus. Nach einer herzlichen Begrüßung steigt der Restaurantleiter bei uns ein und wir fahren gemeinsam weiter.

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Ehrenzeichen für Martin Frey

Von Samantha M. Günther   Martin Frey ist Chronist und Archivar der Gemeinde Kaunertal. Auf seinen enormen wissenschaftlichen Forschungen basieren die historischen Fakten der Dokumentation EIN JAHR IM KAUNERTAL – NACHT UND HEINT. Am 20. Februar 2015 wurde der Autor für besondere Verdienste vom Kaunertaler Gemeinderat im Kaunertal-Center mit dem Ehrenzeichen ausgezeichnet.

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Heu in vollen Zügen

Von Samantha M. Günther  Unermüdlich ist die traditionelle Bauernarbeit des Heuziehens. Der 62-Jährige Anton Huter und seine drei Söhne aus Kauns pflegen als letzte diese Tradition im Kaunertal. Charly, Thomas und ich sind mit der Kamera dabei und dokumentieren das spektakuläre Ereignis.

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Die Uhr schlägt 13 Uhr. Die Sonne hat sich hinter dicken Wolken verkrochen. In meinen Ohren der Rhythmus von Schneeknirschen. Dazu tanzende und kreisende Schneeflocken vom Himmel, die mich auf der Höhenalm am Kaunerberg willkommen heißen. Ein Schauspiel der Natur, das zur lockeren Stimmung der Familie Huters passt. Continue reading

Morgenstund & Stallduft

Von Samantha M. Günther Die Eheleute Joseph und Elisabeth Eiterer sind Bauern aus Leidenschaft. Nachdem wir die beiden Kaunerberger im vergangenen Sommer auf der Falkaunsalm trafen, zeigen sie uns jetzt was für sie „Morgenstund“ bedeutet.

Nur ein paar Lichter deuten an, dass nicht mehr alle Kaunertaler schlafen. Ich reibe mir die letzte Müdigkeit aus den Augen und ziehe mir die Handschuhe über. Ein letzter Blick auf die Uhr. Es ist 05:45 Uhr und ein früher Drehtag steht an. Hinter uns eine Serpentinenstraße auf die, der eine oder anderer Fahrer ohne Schneeketten Probleme kriegen könnte. Vor uns fliegende Schatten, geworfen vom hell erleuchteten Kuhstall, umringt von Morgengrauen, Schneeflocken und kaltem Wind. Rasch steigen Thomas und ich aus dem Auto, schnappen die Kamera und das Stativ, um die ersten Außenaufnahmen zu drehen.

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Ein Geschmack von Heimat

Von Samantha M. Günther  Es ist Ende Januar. Ein Zauber von Vergangenheit und Gegenwart liegt in der Luft von Kauns. Tradition fließt durch meine Nase. In einem mit weißen Fliesen gesetzten Keller treffen wir den Bauern Hansjörg Haslwanter und seinen Vater Heinrich. Köchelnd steht ein uriger 79-Liter-Ofen vor Ihnen. Es herrscht Hochkonjunktur in der Kaunser Schnapsbrennerei vom Möslhof, der mehr als nur ein Bio-Betrieb ist. 

Die Holztür geht auf. Eine warme Luft strömt mir entgegen und ich schüttle den letzten Schnee von meinen Schuhen ab. Große Plastiktonnen schmücken den Gang vor dem circa 10-Quadratmeter großen Kellerraum. Heinrich Haslwanter, in blauer Arbeitskleidung, öffnet langsam den Deckel und beginnt mit einer Kelle die Birnenmaische in mehreren Eimern zu schöpfen. Für den 79-Jährigen ein leidenschaftliches Schöpfen auch in seinen Erinnerungen. Das Schnapsbrennen hat er damals von seinem Vater gelernt, als er sich eine eigene Destille kauft. Stolz ist er auf seine Brennlizenz, die er seit den 50er Jahren besitzt. Viel mehr erfüllt ihn aber mit Stolz, dass sein 48-jähriger Sohn Hansjörg diese langjährige Tradition im Winter fortführt.

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Schnaps, Heu und Zeitzeugen

Es ist so weit! Nach zwei Wochen Fernweh heißt es ab morgen erneut: „Servus Kaunertal!“ Unser Wochenprogramm. Vielversprechend!  Auf uns wartet ein Besuch mit der Kamera bei einer häuslichen Schnapsbrennerei. Die hausgebrannten Schnäpse sollen sogar schon bei dem einen oder anderen Wunder bewirkt haben. Außerdem: Unermüdlich ist die traditionelle Bauernarbeit des Heuziehens. Mit der Sense werden die Höhenlagen im Sommer abgemäht. Erst im Winter wird das Heu dann mit einem Holzschlitten ins Tal gebracht. Ein Abtransport über steiles Gelände, der einiges an Geschick fordert.  Wie das traditionelle Heuziehen aussieht, lassen wir uns zeigen und halten dies mit der Kamera fest. Außerdem werden wir uns wieder spannende Lebensgeschichten von Kaunertaler Zeitzeugen anhören. Wir freuen uns auf die abwechslungsreichen Drehtage!

Hermines Kaiserschmarrn

Von Samantha M. Günther   Die Hafele Hermine, sie ist die ehemalige und langjährige Gastwirtin der Verpeilhütte auf 2025 Höhenmetern. Hochschwanger übernimmt sie 1961 mit ihrem Mann die Hütte. Anfangs gibt es keinen Strom und fließendes Wasser. Bis zu fünfzig Kilo Lebensmittel transportiert ihr Mann fast täglich aus dem Tal herauf. Darunter Kartoffeln, Fleisch und Eier für den Kaiserschmarrn. Thomas Junker, Charly Hafele und ich haben Hermine im vergangenen Sommer auf der Verpeilhütte getroffen. Nun treffen wir die 73-Jährige erneut – in ihrem heutigen Zuhause und dürfen von ihrem berühmten Kaiserschmarrn kosten.

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Mit einer herzlichen Umarmung und strahlendem Lächeln empfängt uns Hermine in ihrer kuschligen Küchenstube. Ganz noch die Gastwirtin bittet sie uns zum Esstisch, auf dem Apfelmus und Preiselbeeren bereitstehen. Doch es ist nicht, wie erwartet ein süßer Duft, der in meine Nase steigt und das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Auf dem Grandl, auch als Holzherd oder Küchenschiff bekannt, wartet zunächst eine andere traditionelle Spezialität auf uns. Kaum Platz genommen verwöhnt uns Hermine schon mit echten Tiroler Kaspressknödeln.

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